Vom Leben & Sterben

Vom Leben & Sterben

Das klingt jetzt wieder nach einem ziemlich tiefgründigen Thema in Bezug auf einen Blog der „einfach-meerliebe“ heißt. Aber ich habe mich entschieden meinen Blog auch als eine Art digitales Tagebuch zu nutzen, in dem ich eben auch diese Art von Themen behandele. Es wird sehr interessant (für mich) sein, sich das alles in ein paar Jahren durchzulesen und festzustellen, ob ich immer noch die gleichen Ansichten vertrete oder inwieweit mich das Leben bis dato vielleicht neue Erkenntnisse und Gedanken gelehrt haben wird. Nun aber zum eigentlichem Thema:

Die eigene Sterblichkeit wird dir besonders dann bewusst, wenn Familienangehörige oder Menschen die du kanntest und zu denen du eine persönliche Verbindung hattest, plötzlich sterben. Im ersten Moment sind wir geschockt, verarbeiten den Tod dieser Person noch gar nicht richtig und stellen uns vor, dass das ganze vielleicht doch ein Irrtum sein könnte. Danach folgt dann die emotionale Phase und das heißt bei vielen in erster Linie: Weinen. Plötzlich sieht man nur noch die guten Seiten des Verstorbenen, gemeinsame Erlebnisse, vielleicht Kindheitserinnerungen & schon fast vergessene Momente wühlen sich aus den Tiefen des Gehirns. Das macht es natürlich auch nicht grade leichter diesen Verlust zu verarbeiten.

Hinzu kommt zu allem Überfluss aber noch eine weitere aufwühlende Begleiterscheinung: Wir werden damit konfrontiert, unsere Beziehung zum Leben neu zu verstehen & zu hinterfragen. Wir ziehen uns dazu dann eine Zeit lang in unsere eigene Welt zurück und versuchen sogar uns innerlich auf unser eigenes Sterben vorzubereiten. Ich spreche hier natürlich in erster Linie für mich selbst, aber ich denke das es doch vielen Menschen so geht.

Obwohl kein Mensch weiß, wann sein letzter Tag sein wird, jedoch die Gewissheit darüber hat, dass dieser Tag definitiv kommen wird, nehmen im normalen Alltag hauptsächlich belanglose Themen unser Denken ein. Für mich selbst kann ich allerdings sagen, dass ich diesen Themen in meinem Alltag schon seit Längerem bewusst immer weniger Raum zu geben versuche und mich stattdessen tatsächlich fast täglich mit dem Sinn des Lebens, der wichtigsten Frage auf dieser Welt, auseinandersetze. Dies sollte also nicht nur dann ein Thema sein, wenn ein geliebter Mensch stirbt, sondern eigentlich permanent im Fokus jeden Lebens stehen.

Mit diesem Thema könnte ich nun bereits auch ganze Bücher füllen, was jedoch nicht mein Ziel in Bezug auf diesen Beitrag ist. Dieser Beitrag bezieht sich jetzt erst mal nur noch auf heute.

Es ist jetzt halb zehn am Abend und ich komme grade aus der Stadt. Um meiner eigenen Trauer & den damit einhergehenden ganzen negativen Gedanken zu entkommen, überredete mich mein Mann um halb acht noch einmal in die Stadt zu fahren, um eine Waffel essen zu gehen. Danach entschlossen wir uns noch zu einem kleinen Spaziergang durch die Stadt und stoppten schließlich vor dem dm-Drogeriemarkt in der Mitte der Fußgängerzone. Dort haben viele Menschen in den letzten Tagen Blumen und Bücher abgelegt, denn dies war der Stammplatz eines 32 jährigen Obdachlosen, der erst vor ein paar Tagen tot im naheliegenden Parkhaus gefunden wurde (und schon hatte mich das Thema Tod wieder eingeholt).

Auf der Suche nach dem Sinn…

Das Besondere an diesem Obdachlosen war, dass er eigentlich immer wenn man an ihm vorbeiging (und das bin ich oft) am Lesen war. Er verschlang wirklich ein Buch nach dem anderen und ich habe mich des Öfteren gefragt, wie wohl sein Leben verlaufen ist, dass er letztlich auf der Straße landen musste. Ich denke eigentlich das Jemand der belesen und somit gewissermaßen auch interessiert an der Welt ist, sich noch lange nicht aufgegeben hat. Nun musste ich aber (nachdem ich zwar schon vorher wusste, dass dieser Mensch gestorben war, aber nicht die Todesursache) nach meiner Rückkehr von diesem Spaziergang in der Zeitung lesen, dass „all die Hilfe, die er in letzter Zeit erhalten hat, die Hoffnungen des 32-Jährigen nicht so stark machen konnten, dass sie über seine Zweifel über das Leben gewinnen konnten.“(hl-live).

Wie groß können die Zweifel eines Menschen sein, dass er die Entscheidung trifft, sich in einem Parkhaus das Leben zu nehmen? Wie erträgt man diese schweren Zeiten? Was den Menschen krank macht sind die ganzen chronisch ungeklärten Konflikte mit anderen und natürlich auch mit sich selbst. Daher ist es wichtig sich immer wieder selbst zu hinterfragen und Problemen erst gar keinen Raum zu bieten, zumindest nicht langfristig. Dazu muss man sich in erster Linie selbst lieb haben und sich in seinen Entscheidungen vertrauen.

Glaube, Liebe & Hoffnung sind weitere Lebenselixiere, ohne die wir aufgeben. Daher ist es so wichtig diese Dinge am Leben zu erhalten, sich damit tagtäglich auseinanderzusetzen, sich trotz Verlusten & Herzschmerz niemals aufzugeben und dieses Leben – so hart es auch manchmal sein mag – bestmöglich und vor allem aber mit Sinn erfüllt durchzuziehen. Wer einen Sinn im Leben sieht ist psychisch stabiler, fasst schneller wieder Mut & ist dem ganzen Leben gegenüber zuversichtlicher eingestellt, frei nach dem Motto „Jetzt ist es schwer, aber es wird wieder besser“.

Hast du den Sinn deines Lebens schon gefunden?

Nutze deine Zeit!


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