Sommerhitze

Sommerhitze

Nachdem es jetzt lange Zeit ziemlich ruhig auf meinem Blog gewesen ist, möchte ich nun endlich mal wieder einen Eintrag machen und über unsere derzeitige Hitzewelle schreiben.

An verregneten Herbsttagen und kalten, schneematschigen Wintermonaten wünschen wir uns nichts sehnlicher herbei als den Sommer. Endlich wieder mit barfuß das Gras oder den Sand unter den Füßen spüren, zur Abkühlung in den wohl temperierten See um die Ecke springen, auf dem Balkon frühstücken und im Lieblings-Café ein Eis essen. Es gibt so viele Sommerträume, an die wir uns in diesen Zeiten voller Hoffnung in einem nicht enden wollenden Winter klammern.

Oftmals spiele ich in diesen Zeiten sogar mit dem Gedanken, wie es wohl wäre, in ein wärmeres Land auszuwandern und nicht von dieser kalten, usseligen Zeit geplagt zu sein. Wenn der Sommer dann aber da ist und es so wie jetzt, eine heiße, andauernde Hitzeperiode gibt, haben die Menschen (mich nicht ausgeschlossen) plötzlich aber wieder allerhand zu nörgeln. ES IST ZU HEIß, wir holen uns Sonnenbrände und –stiche, der Kreislauf spielt nicht richtig mit, die Klamotten sind kurz nach dem duschen schon wieder durchgeschwitzt und wenn wir abends in den See springen, sehen wir danach durch die vielen Mückenstiche aus wie ein Streuselkuchen.

Einen so langanhaltend sonnigen Sommer haben wir in Deutschland seit vielen Jahren nicht erlebt und hätte mir vor fünf Monaten, als ich in meinem dicken Winterparka frierend an der Bushaltestelle stand, jemand gesagt, dass es von Mai-Juli grade mal drei Regentage und noch dazu ein fast tropisches Klima geben wird, hätte ich vermutlich erst mal einen Luftsprung gemacht. Aber stattdessen sehne ich mich jetzt nach Regen. Abgesehen davon, dass es doch nichts Schöneres als einen warmen Regenschauer an einem heißen Sommertag gibt, gönne ich es der Tier- und Pflanzenwelt von Herzen, dass sie endlich mal wieder Wasser bekommen. Außerdem habe ich nach den Schreckensmeldungen der letzten Tage eine permanente Angst vor Waldbränden. Selbst wenn dabei kein Mensch zu Schaden kommt, tut es echt weh zu sehen, wie eine wunderbare, satte Vegetation nur noch verbrannte Erde hinterlässt. Ein Feuer wirkt sich ja neben den Pflanzen auch dramatisch auf das Leben der Waldtiere aus. Insekten verlieren die Orientierung und verbrennen, Eier die in den Bäumen abgelegt werden, fallen dem Feuer zum Opfer. Die Vögel können sich in den meisten Fällen zum Glück retten und auch die anderen Tiere haben eine Art Frühwarnsystem und können sich so fast immer rechtzeitig in Sicherheit bringen. Sie suchen dann nach einem anderen Lebensraum und kommen erst wieder zurück, wenn sie wieder passende Lebensumstände vorfinden. Dies dauert allerdings einige Jahre, die meisten Bäume brauchen ihre Zeit, um eine Größe zu erreichen, die Schutz und Schatten für die Tiere spendet. Ein Feuer kann sich allerdings auch so rasch und über so große Gebiete ausbreiten, dass die Tiere eingekreist werden und verenden, wie es zum Beispiel bei den Waldbränden in Schweden der Fall war.

Interessant ist, dass Bäume genau wie Menschen schwitzen und Feuchtigkeit an die Luft abführen, wenn es heiß ist. Fehlen diese Bäume allerdings nach einem Feuer, wird das Klima trockener und dies fördert dann wiederum neue Feuer.

Doch es gibt nicht nur Nachteile, denn nach einem Waldbrand entsteht auch neues Leben. Aus der fruchtbaren Asche sprießen junge Pflanzen, der Baumbestand kann sich erneuern.

Ich bin abgeschwiffen. Nun wünsche ich mir also weiterhin einen ordentlichen Regenguss, nach dem die Luft so wunderbar nach frischer, feuchter Erde riecht und die Pflanzenwelt wieder grün und saftig aussieht. Und bis dahin mache ich das Beste aus der Hitze, denn das Eis schmeckt trotzdem herrlich, ein Mückenstich hindert mich nicht an einem erfrischenden See- Fluss- oder Meerbad und der Winter kommt schneller als uns lieb ist.



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