Rotterdam ♡

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.

Erasmus von Rotterdam

Letzte Woche haben mein Mann und ich einen spontanen Kurztrip nach Rotterdam gemacht. Es handelt sich hier um die zweitgrößte Stadt der Niederlande (nach Amsterdam) und noch dazu um die wichtigste Architekturstadt der Holländer. Rotterdam wurde seinerzeit im 2. Weltkrieg stark zerstört (dazu findet man auch allerhand hinweisende Denkmäler), aber die Stadt hat das als Chance begriffen sich architektonisch ganz neu aufzustellen. Aufgrund seiner beeindruckenden Skyline wird Rotterdam heute als „Manhattan an der Maas“ bezeichnet und diesen Namen verdient die Stadt wirklich.

Ich liebe es ja, mir individuelle und außergewöhnliche Bauwerke anzusehen – die hier zu einem großen Teil auch noch am Wasser stehen – also war das der richtige Ort für mich. Abgesehen von der langen Fahrzeit (ca. 6 Stunden mit dem Auto von Lübeck)  war es dann auch ein rundum schönes Erlebnis.

Geparkt haben wir bei unserer Ankunft in der Tiefgarage der noch relativ jungen Markthalle und hier kommt direkt mein erster Tipp für euch: Parken ist in Rotterdam sehr teuer. Hätten wir einen Parkplatz vor unserem Hotel gebucht, wären wir mit 90 Euro für drei Tage dabei gewesen. Unterhalb der Markthalle und mit vorab im Internet gebuchten 24 Std.-Tickets (Achtung: Es gibt hier zwei Arten, einmal welche von 0.00 – 24.00 Uhr für 12,50 Euro und eine Variante, wo man den Startzeitpunkt selbst bestimmen kann und die Zeit erst ab der tatsächlichen Einfahrt in die Tiefgarage gerechnet wird für 13,50 Euro) konnten wir für 27 Euro drei Tage parken. Außerdem waren wir auf diese Weise direkt im ersten Highlight der Stadt:

Die Markthalle von Rotterdam – sie ist groß, extravagant, bunt und der ideale Ort zum Schlemmen. Das Gebäude ist hufeisenförmigen und ertreckt sich über 11 Stockwerke. Die Fassade der Vorder- und Rückseite besteht aus Glas und Drahtseilen. Der „Basar“ befindet sich im Erdgeschoss und ist der erste komplett überdachte Lebensmittelmarkt der Niederlande. Was ich wirklich absolut cool finde: Ab dem zweiten Stockwerk wurden unterschiedlich große Wohnungen in die Markthalle integriert. Sie verfügen über Fenster zur Halle, damit für die Bewohner das bunte Markttreiben sichtbar ist. Zusätzlich hat jede Wohnung dann noch einen Balkon zur Außenseite des Gebäudes. Coole Idee und sicher mega interessant dort zu wohnen, denn die meisten Menschen lieben es doch einfach andere Menschen zu beobachten und was eignet sich da besser als eine Markthalle?

Nachdem wir die Markthalle eingehend gewürdigt und schon mal die ein oder andere Leckerei probiert hatten, ging es dann zu Fuß über die Erasmusbrücke in unser Hotel. Was soll ich sagen, das Hotel war für mich das absolute Highlight, der Bick war einfach nur unglaublich toll. Wir waren im nhow Hotel Rotterdam (unbezahlte Werbung) und obwohl ich in der Regel versuche für weniger als 130 Euro/Nacht unterzukommen, hat sich dieser Preis gelohnt. Also wenn ihr Rotterdam besucht dann gönnt euch dieses Hotel oder ein anderes, das ebenso eine atemberaubende Aussicht auf die Skyline bietet.

Wie ihr sehen könnt hatten wir einen direkten Blick auf die Erasmusbrücke, die nach dem Philosophen Erasmus von Rotterdam, den ich am Anfang diesen Artikels zitiert habe, benannt wurde. Ich würde die Brücke als eine Art Wahrzeichen von Rotterdam bezeichnen, sie ist imposant und gehört zu der Skyline dazu, wie die Golden Gate Bridge zu San Francisco. Es gibt ja manchmal Schilder, die auf die letzte Tankstelle vor der Autobahn hinweisen und genauso könnte man an diese Brücke ein Schild mit der Aufschrift „Letzte Brücke vor der Nordsee“ nageln, aber das nur mal so am Rande.

Als wir unsere Aussicht im Allgemeinen und die Brücke im Speziellen am nächsten Morgen noch mal hingebungsvoll wertgeschätzt hatten, sind wir einfach kreuz und quer durch die Stadt gelaufen. Fahrrad fahren bietet sich in den Niederlanden ja grundsätzlich auch immer an – die Infrastruktur für Drahtesel ist unglaublich gut – aber wir hatten einfach mehr Lust zu laufen. Es war herrlicher Sonnenschein und so haben wir am Ende des Tages auch gut fünfzehn Kilometer auf dem Spaziergang-Tacho gehabt. Wir haben sicher nicht alles gesehen was es zu sehen gab, aber konnten uns doch recht schnell einen guten Eindruck von der Stadt machen.

Jedes Mal wenn ich vorher irgendwelche Geheimtipps google (die dann natürlich auch niemand außer mir kennt) bin ich zu ungefähr 50 % enttäuscht und so war es auch diesmal. Wenn in irgendwelchen Lifestyleblogs (ich hingegen bin ein Küstenblog (mit leichtem Hang zum Philosophischen)) von hippen Blumenläden und tiefgründiger Streetart die Rede ist, ich da dann hinlatsche und am Ende einfach nur 20 Euro für ne gewöhnliche Topfpflanze zahlen soll oder mir die vermeintliche Kunst ohne den Hinweis niemals aufgefallen wäre, dann ja dann – ärgere ich mich, minimal.

Aber da die andere Hälfte der Geheimtipps letztlich doch brauchbar ist, verfliegt der Ärger mit dem nächsten Treffer auch wieder. Welche Sehenwürdigkeiten und Orte am Ende solche Treffer sind ist natürlich individuell, Geschmäcker sind nun mal verschieden. Deswegen immer wieder mein Ratschlag: Lauft oder radelt einfach selbst drauf los und findet eure eigenen Geheimtipps. Ich zeige euch jetzt gerne noch ein paar Impressionen von wunderschönen Plätzen, auf die Suche danach müsst ihr euch allerdings selbst machen 🙂 Viel Spaß.



Der weltweit erste Recycling-Park wurde am 04.07.2018 in Rotterdam eröffnet. Die aus achteckigen Bausteinen bestehende Anlage wird aus Plastikmüll produziert, welcher aus der Nieuwe Maas gefiltert wird, damit er erst gar nicht in die Nordsee gelangt. 



Hier gibt´s die Topfpflanzen 🙂

Die Lebenshaltungskosten sind in den Niederlanden übrigens etwas höher als in Deutschland, gibt aber sicher auch irgendwo billiges Grünzeugs zu kaufen (damit meine ich jetzt auch in erster Linie Topfpflanzen).



Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen.

Erasmus von Rotterdam



2 thoughts on “Rotterdam ♡”

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