Philosophie zum Mitnehmen

Philosophie zum Mitnehmen

Der Mensch beginnt seine Existenz als willenloses und unschuldiges Wesen. Im Laufe seiner Kindheit und Jugend bekommt er gesagt, was richtig und was falsch, was gut und böse, Recht und Unrecht ist. Dann lebt er sein Leben indem er diesen Regeln gehorcht.

In meinem Umfeld muss ich immer wieder beobachten, dass die meisten Menschen diese Regeln im Laufe ihres Lebens in keinem Moment hinterfragen und quasi nur wiederkäuen was ihnen von der Gesellschaft, ihrem Umfeld oder den Medien irgendwann mal in den Mund gelegt wurde. Ich finde diese Tatsache höchst bedenklich. Ich habe mich neulich selbst mal gefragt, wie ich eigentlich Intelligenz definieren würde (ja ich frage mich hin und wieder so einiges). Qualifikationen wie akademische Abschlüsse oder Erfolge im Job belegen nur Begabungen innerhalb bestimmter Fachgebiete, das ist für mich aber kein direkter Indikator für wahre Intelligenz. Selbst ein IQ-Test reicht mir da nicht als Beweis.

Für mich persönlich bedeutet Intelligenz nämlich etwas ganz anderes. Kann ein Mensch: Hinterfragen, auseinandernehmen, neu zusammensetzen und reflektieren? Nur wenn man hinterfragt kommt doch irgendwann der Punkt, an dem die ganzen eingetrichterten Regeln eine Barriere darstellen, der blinde Gehorsam über Bord geworfen werden kann und die eigene Seele endlich mal wahrhaftig (was für ein schönes und viel zu selten benutztes Wort) zum Vorschein kommt. Auch wenn diese Seele vielleicht keine Ahnung von chemischen Reaktionen oder Geographie hat, so hat sie es letztlich geschafft sich selbst zu finden und das erfordert so viel Selbstreflexion, die am Ende nur die aller intelligentesten Menschen zustande bringen. Deswegen bewundere ich die toleranten Menschen am allermeisten, und zwar diejenigen, die bei einer Diskussion nicht von vornherein darauf abstellen zu „gewinnen“, sondern die, die bereit sind, sich durch gute Argumente jederzeit vom Gegenteil des bisher angenommenen überzeugen zu lassen.

Woher sollen wir ohne diese Selbstreflexion auch wissen, wer wir eigentlich wirklich sind? Natürlich sind Moralvorstellungen, Gesellschaftshandeln und so weiter tief in uns verankert. Aber ich denke mir dann halt so, wenn wir jetzt mit der Herde mitlaufen, wären wir das höchst wahrscheinlich auch in jedem anderen Teil der Erde. Unsere Werte und Vorstellungen hätten sich entsprechend an Eskimos, Wüstenvölkern oder amerikanischen Großstädtern gebildet. Aber wie viel wahres ICH steckt dann eigentlich am Ende in uns?

Wer weiß wer er ist, nachdem er sich intensiv mit sich selbst und seinen Werten beschäftigt hat, ist angekommen. Nicht nur in meinem Ranking der intelligentesten Menschen, sondern auch wahrhaftig bei sich selbst.



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