Möwen – Raben der Meere

Über die Intellegenz von Krähen habe ich ja bereits in einem früheren Artikel geschrieben, aber nun wird es Zeit sich einmal mit den Vögeln zu beschäftigen, die ich hier am häufigsten höre & sehe: Möwen. Zum Meer gehören Möwen einfach dazu, die rund 55 Arten sind nämlich an nahezu allen Weltmeeren zu finden. Viele Möwenpaare bleiben ein Leben lang zusammen und kriegen dann viele süße Küken. Kleine Möwenbabys können wirklich unglaublich süß sein, aber leider sind ihre Eltern bei der Brutverteidigung sehr aggressiv, das durfte ich auch schon selbst erleben. Angriffsflüge sind keine Seltenheit und das kann richtig weh tun, also lieber Abstand halten.

Früher galten Möweneier übrigens als Delikatesse, aber heute darf man sie nicht mehr Essen, weil sie viel zu stark mit Quecksilber und Pestiziden belastet sind. Diese Belastung spiegelt ziemlich genau die lokale Schadstoffkontamination wider, da das Schwermetall während der Eibildung über die Nahrung aufgenommen wird. Darin kann man auch wieder sehr gut sehen, wie schlecht es derzeit um unser Ökosystem steht.

Wer übrigens auf Sylt oder in Warnemünde beim Möwen füttern erwischt wird, risikiert eine Strafe von bis zu 5.000 Euro. Der Grund liegt darin, dass Möwen leider überhaupt kein Unrechtbewusstsein haben, da Klauen ihrer natürlichen Veranlagung entspricht (sie schnappen anderen Vögeln naturgemäß die Nahrung weg) und deswegen werden immer öfter Menschen Opfer dieser Diebstähle. Ich habe auch schon live gesehen, wie eine Möwe im Sturzflug den Fisch aus einem Brötchen stibitzt hat, unzwar genau in dem Moment, als der Fischbrötchenbesitzer in sein Brötchen beißen wollte. Also auch lieber nicht füttern, sie gewöhnen sich sonst zu sehr daran und werden leider immer dreister.

Möwen sind auch gar nicht wählerisch bei dem, was sie als Nahrung zu sich nehmen. Sie leben vor allem von fressbarem Strandgut, nur selten jagen sie größere Tiere selbst. Ihre ökologische Rolle ist es – genau wie bei Raben – , ‚aufzuräumen‘. Auf dem Grünland und auf frisch umgebrochenen Äckern sind vor allem Regenwürmer, Kerbtiere und Mäuse ihre Nahrung. Aber auch auf Müllkippen finden sie allerhand fressbares.

Trinken können Möwen glücklicherweise direkt das Meerwasser, sie scheiden nämlich das Salz über Drüsen am Schnabel wieder aus. Schlafen können sie auch auf dem Wasser, meistens in Gruppen. Beliebte Schlafplätze sind Häfen, Flüssen oder eben das offene Meer.

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Möwe liegt bei ungefähr 15 Jahren, einige Arten werden sogar bis zu 30 Jahre alt. Die häufigste Art in Deutschland ist die Silbermöwe, aber auch Lach- und Heringsmöwen sind weit verbreitet. Acht bis neun Möwenarten leben die meiste Zeit in Schleswig-Holstein. Lachmöwen sind realtiv unproblematisch und lieb, während die Silbermöwen oft strategisch bis rabiat agierten. Allen gemeinsam ist ein hoch entwickeltes Sozialverhalten sowie ihre intelligente, neugierige und anpassungsfähige Art.

Meeresrauschen und maritimes Leben, mit wohl keiner anderen Tierart verbinden Menschen diese Dinge so deutlich wie mit Möwen. Und auch wenn sie eben manchmal nerven können sind sie für unser Ökosystem als auch für den besonderen „Meeres-Flair„ nicht wegzudenken. Leider nimmt (wie bei so vielen anderen Tierarten) die Population stetig ab. Schuld daran ist natürlich der Mensch. Wie ihr aber bereits mit kleinen Mitteln am Schutz der Meere und somit auch der Arterhaltung mitwirken könnt, erfahrt ihr in einem meiner nächsten Beiträge.

Denn der Meeresschutz beginnt bei jedem Einzelnen von uns 🌊



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