Das 1. Gartenjahr – Rückblick (1/3)

Mein erstes Gartenjahr neigt sich dem Ende zu und ich möchte meine gesammelten Erfahrungen & Erlebnisse jetzt mal Revue passieren lassen.

Die Entscheidung, einen eigenen Garten zu bewirtschaften, viel mir trotz des starken Wunsches nach „eigenem Land“ anfangs nicht so ganz leicht. Da ich – obwohl gebürtig vom Dorf – praktisch keinerlei Erfahrungen mit Gartenarbeit hatte, war ich nicht sicher, ob ich dieser Aufgabe am Ende auch gewachsen sein würde. Ich wusste auch nicht wie viel Arbeit so ein 400 qm Garten tatsächlich verursacht und ob ich mich auf Dauer überhaupt zu dieser Arbeit aufraffen kann. Denn der allerfleißigste Mensch bin ich nun auch nicht grade und an so manchen Dingen in meinem Leben habe ich nach einer kurzen Hype-Phase schnell wieder das Interesse verloren. Letztlich hilft da natürlich nur ausprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln. Das habe ich getan und nun kann ich als Fazit schon mal eins vorwegnehmen: Ich liebe meinen Garten und all die Arbeit, die er macht!





Ich habe meinen Garten zum allerbesten Zeitpunkt übernommen, nämlich im März, zwei Wochen bevor der Magnolienbaum in voller Blüte stand. So konnte ich jeden Jahreszeitenwechsel hautnah miterleben und die Bäume und Sträucher beim Wachsen & Gedeihen hautnah beobachten.

Kurze Zeit nachdem ich erstmals das Tor zu meinem Garten aufschloss, besuchte mich eine Freundin und schenkte mir einen kleinen Weinstock, den wir feierlich als erste Amtshandlung einpflanzten. Was für ein schöner Moment, zu zweit erkundeten wir jedes Detail meiner kleinen Oase und riefen zu einer kleinen Pflanzenkundestunde auch noch die Oma meiner Freundin per Videochat an. So lernte ich die ersten Kräuter und Sträucher in meinem Garten besser kennen und die Vorfreude auf meine erste Gartensaison wuchs.



Mein Magnolienbaum

Im Frühjahr

Neben meiner wunderschönen Magnolie waren es vor allem die Apfelbäume, die mich in ihrer Entwicklung faszinierten. Anfangs war alles kahl und trist aber schon nach kurzer Zeit sprießen die Knospen und alle Bäume standen in ihrer wunderschönen weißen Blüte.

Erstmals wurde mir richtig bewusst, was für ein wertvoller und vielfältiger Lebensraum jeder einzelne (Apfel-)Baum doch ist. 

Der Frühling hielt also Einzug in meinen Garten und ich machte es mir mit den ersten warmen Sonnenstrahlen auf einer Decke unter den Bäumen bequem. Kleine Vögel begannen zu zwitschern und auf einmal kamen die Bienen. Es war nicht nur ein emsiges Treiben, sondern auch ein unerwartet lautes Gesumme, das ich nun eine Zeit lang zu hören bekam. Mich freuten die Bienengeräusche aber sehr, denn je mehr Bienen sich an meinen Bäumen zu schaffen machten, umso größer war meine Chance auf eine ergiebige Apfelernte im Herbst. Diesbezüglich wurde ich auch wirklich nicht enttäuscht, aber dazu später mehr. 

Als Mitte Mai nicht mehr mit Nachtfrost zu rechnen war, begann ich mit dem säen & pflanzen. Meine zweite Amtshandlung war das Aussäen von Kresse im bereits angelegten Hochbeet. Da konnte man ja nicht viel falsch machen, schließlich hatte ich bereits zuhause auf der Fensterbank häufig Kresse als Topping fürs Butterbrot gezogen. Außerdem muss man da bekanntlich nicht lange auf die Ernte warten und ich wollte als Gartenneuling natürlich schnellstmöglich erste Erfolge erzielen, um mir (als natürlich auch meinem Umfeld) zu beweisen, dass ich nicht nur Büro kann, sondern auch Landwirtschaftsexpertin bin. 

Und so kam der Erfolg auf Sprossen, man kann sagen, ich wurde der Sache kaum noch Herr. Die Pflanzen schossen hoch wie Unkraut und hörten (das hatte ich nicht erwartet) irgendwie gar nicht mehr auf mit dem Wachsen. Am Ende hatte ich mehr Kresse als ich jemals verzehren würde, trotz der Verarbeitung als Pesto und Beigabe in allerlei Gerichte. Ein Teil wanderte am Ende auf den Kompost (Kresse lässt sich nämlich auch leider nicht so gut einfrieren). Was soll´s, das war schon mal eine gute Leistung und ich war stolz auf meinen grünen Kressedaumen. 

Parallel zu meinem Kresseprojekt wurde es dann auch Zeit den Rasen erstmals und daraufhin natürlich auch regelmäßig zu mähen. Ich gestehe, ich habe noch nie vorher Rasen gemäht, aber es hat sich tatsächlich zu meiner Lieblingsgartenarbeit entwickelt. Ich liebe den Geruch von frisch gemähtem Rasen und wie hellgrün und irgendwie strukturiert er nach dem Mähen immer aussieht, als hätte ich meinem Garten jedes Mal eine neue, ganz moderne Frisur verpasst.

Anfangs war ich noch in Besitz eines neumodischen Akku-Rasenmähers, dem ich nach jeder Mäh-Session die gefühlte zwanzig Kilo Batterie entnahm, um sie zu Hause über mehrere Stunden hinweg wieder aufzuladen. Leider habe ich das doch nicht mehr ganz so neumodische Akku eines Tages anscheinend zu lange laden lassen, denn die Batterie wurde zu heiß und lief einfach aus. So raffte es meinen ersten Rasenmäher unter meiner Führung schon ziemlich früh dahin. Und plötzlich stand ich vor einer großen und weitreichenden Entscheidung: Kaufe ich jetzt einen Benzin-, Akku- oder Spindelrasenmäher? 

Da man ja bekanntlich aufhören soll, wenn es am schönsten ist und die Spannungskurve jetzt ihren Höhepunkt erreicht hat: Seid gespannt auf die Fortsetzung zu diesem Artikel, in dem ich diese Frage beantworte und euch weitere spannende Einblicke in das Leben einer Schrebergartenbesitzerin gebe.

Mein Garten im Frühling


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