Gartenliebe

Gartenliebe

In erster Linie soll unser Garten der Erholung dienen. Es ist einfach herrlich nach der Arbeit eine Decke auszubreiten, sich unter den eigenen Apfelbaum zu legen und zu wissen: Niemand stört. In freier Natur kann ich diese Ruhe unter einem Baum liegend niemals empfinden, weil einfach immer die Gefahr besteht, dass andere Menschen kommen und in welcher Art auch immer nerven. Vielleicht schleckt dir auch plötzlich ein Hund durchs Gesicht oder – wenn es wiederum zu einsam ist – entsteht schnell ein ziemlich beklemmendes Gefühl. Nicht so im eigenen Garten, denn hier betritt niemand ungefragt dein Reich, aber trotzdem ist es auch nicht einsam. Nachbarn stehen bei Bedarf mit Rat & Tat zur Seite und hin und wieder finde ich sogar kleine Geschenke in Form von Zucchinipflanzen oder Sonnenblumen vor meinem Gartentor. Was für eine Kleingartenharmonie. 

Zum Glück ist unser Kleingartenverein auch nicht spießig, es gibt natürlich gewisse Regeln, aber deren Einhaltung wird nicht wirklich überprüft. Was ich jedoch toll finde und woran sich auch eigentlich jeder hält sind die festgelegten Ruhezeiten, in denen keine laute Gartenarbeit (wie zum Beispiel Rasenmähen oder Hecke schneiden) verrichtet werden darf. Sowas müsste es auch für Wohngebiete geben, es gibt nämlich kaum etwas Nervigeres als wenn man sich grade gemütlich mit einem Buch in den Liegestuhl gewuchtet hat und plötzlich ein Nachbar stundenlang mit dem Benzinrasenmäher durch die Gegend läuft. In unserer Gartenanlage ist Krach machen jedenfalls das komplette Wochenende untersagt und somit steht der Erholung nichts im Wege. 

Am letzten Wochenende haben wir eine kleine Gartenfeier im Kreise der Familie ausgerichtet und nach dem Grillen bis in die Nacht hinein am Lagerfeuer gesessen. In diesem Moment war ich wieder so froh meinen Garten zu besitzen und dadurch eben diese Möglichkeiten zu haben. Für mich fühlt sich der Garten schon genauso wie ein geliebtes Haustier an, in das man liebend gerne Zeit investiert und dadurch auch so viel zurückkriegt. 

Im Moment bevölkern kleine Kohlmeisen-Küken unser Vogelhäuschen, geboren, aufgewachsen und fliegen gelernt im Meerliebe-Garten. Außerdem steht der Rosenbogen seit ein paar Tagen in voller Blütenpracht und die ersten Tomaten hängen im Gewächshaus. 

In diesem Sinne möchte ich meinen Beitrag mit folgendem Spruch abschließen: Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum. 

Diesen Luxus gönn ich mir gerne. 



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