Malta, Malta

Einfachheit ist das Resultat der Reife, das wusste schon Friedrich Schiller oder wer auch immer sonst dieses schlaue Zitat zuerst in die Welt hinausgerufen hat. In meinem letzten Beitrag ging es um Achtsamkeit und auch mein erster richtiger Urlaub in diesem Jahr hat wieder mit diesem Thema zu tun. Ich habe bereits in meinen vergangenen Urlauben immer wieder festgestellt, dass ich dieses Mainstream-Sightseeingprogramm für Touristen schlichtweg hasse und eigentlich so gut wie nie begeistert bin von den tollen Hotspots die auf den verschiedensten Blogs, in Reisemagazinen und den klassischen Reiseführern angepriesen werden. Immer wird die Atmosphäre des jeweiligen Place-to-see schon genau beschrieben, mit zahlreichen Fotos untermauert und zig Kommentaren versehen, sodass ich eigentlich schon vorher genau weiß, wie es dort letztlich aussehen wird. Wenn ich dann aber – genötigt von den ganzen Informationsquellen und mir selbst – den Touristenströmen zu den besten Orten trotzdem folge, passiert eigentlich immer das Gleiche: Die Plätze sind – meist auch in der Nebensaison- total überlaufen und allein deshalb schon von jeglichem Zauber befreit. Also versucht man die Menschenmassen trotzdem so gut es geht auszublenden und irgendwie das perfekte Foto hinzubekommen, bei dem es so aussieht, als sei man so gut wie alleine unterwegs – falls das nicht gelingt, gibt es ja auch noch Photoshop. Wenn das perfekte Foto schließlich im Kasten ist, kann man eigentlich auch schon wieder abreisen, einfach schnell hochladen und schon hat man sich selbst und seine Follower mit der perfekten Illusion veräppelt. Macht das Spaß? Nein.

Ich habe mir im Vorfeld unserer Reise aber trotzdem mal wieder alle möglichen Blogs und den geschenkten Reiseführer durchgelesen und eine To-Do-Liste mit den Plätzen, die ich meinte unbedingt sehen zu wollen, erstellt und war bereit, sie gnadenlos abzuhaken. Nach dem dritten Punkt habe ich die Liste weggeschmissen und wir konnten endlich Urlaub machen. Sicher ist es schön im Hafen von Marsaxlokk frischen Fisch zu essen, mit dem Boot zur blauen Lagune nach Comino überzusetzen und durch die Altstadtgassen von Mdina zu laufen. Was aber nicht so schön ist sind ewig lange Wartezeiten und stundenlange Busfahrten (die Busse sind auf Malta zudem quasi nie pünktlich) und eben auch nicht die vielen Menschen. Und deswegen brauche ich jetzt auch keine ewig langen Tipps für Maltas Hotspots geben (gibt es ja auch schon zur Genüge), sondern liste euch hier einfach meine persönlichen Highlights aus unserem Maltaurlaub auf und das sind zum Großteil tatsächlich einfache Orte/Erlebnisse, die mich wieder zum Zitat am Anfang dieses Textes bringen:

Der Hafen von Vittoriosa, an dem unsere Ferienwohnung lag und an dem wir jeden Abend vor dem zu Zubettgehen spazieren gingen und zum Abschluss des Tages einen Cappuccino auf den Treppenstufen tranken. Ich liebe den Cappuccino & die heiße Schokolade auf Malta und die Cafés nehmen dafür tatsächlich nur zwischen 0,60 – 1,80 Euro.

Dock No. 1 / American University of Malta


Die vielen kleinen Gassen in unserer Nachbarschaft, in denen es meist nach frisch gewaschener Wäsche roch.

Triq Hilda Tabone

Eine Wanderung durch irgendwelche Dörfer auf Gozo bei der wir ganz alleine waren und schließlich an einem wunderschönen Strand landeten und etwas oberhalb des Strandes dann auch noch einen Lost Place entdeckten.

Ramla Bay Beach

Eine planlose Entdeckungstour durch Valetta, bei der wir einen Mittagsschlaf auf den Stadtmauern hielten und später sogar völlig einsam dem Meer entgegen schaukeln konnten.

Valetta

Die Entdeckung unserer Dachterrasse (das hat tatsächlich ein paar Tage gedauert) auf der wir nachmittags Chai ☕️ tranken und nachts ein bisschen tanzten.

Airbnb-Wohnung

Fazit: Ich werde unseren Malta-Urlaub mit vielen schönen Erinnerungen im Gedächtnis behalten, aber wie ihr seht entstehen schöne Erlebnisse meist nicht auf Sightseeing-Touren bei der Besichtigung von Kulturdenkmälern oder Museen, sondern ganz unspektakulär in Momenten, die einen einfach aus der Situation heraus packen, weil unerwartete Dinge passieren, auf die man eben nicht schon vorher durch den Reiseblog von Traveler XY eingestellt war. Daher kann ich nur jedem raten, es mit den vermeintlichen Touristenattraktionen nicht zu übertreiben und das unbekannte Land auf eigenen Routen zu entdecken, denn das ist immer noch am Schönsten.



Allgemeine Hinweise für Malta:

☀️ Ein Wochenticket für den Bus kostet 21 Euro und kann auch auf der Nachbarinsel Gozo benutzt werden

☀️ Auf Malta herrscht Linksverkehr, daher haben wir lieber keinen Mietwagen genommen. Dafür braucht man mit dem Bus aber oft viel länger als mit dem Auto

☀️ Das Leitungswasser ist kein Trinkwasser 🚱 (wusste ich leider erst ab dem 3. Tag)

☀️ Auf Gozo gibt es die besten Strände

☀️ Das Essen hat mich nicht so überzeugt, aber wie bereits erwähnt der Cappuccino 😊

☀️ Jeder auf Malta spricht Englisch, da es die 2. Landessprache ist

☀️ Kontaktlinsenflüssigkeit gibt es in der Apotheke für 3-5 Euro, manchmal kann man dort auch Kontaktlinsen kaufen

☀️ Klettert einfach mal ein bisschen auf den Stadtmauern und Felsen direkt am Meer herum, es gibt unzählige kleine versteckte Buchten, wo man völlig ungestört schnorcheln und sonnenbaden kann, das Wasser ist einfach herrlich klar & blau.

Dubrovnik – Game of Thrones hautnah

Unser diesjähriger Sommerurlaub führte uns nach Kroatien. Bei der Auswahl des richtigen Urlaubsplätzchens stieß ich auf Dubrovnik, eine Stadt, die im Internet als Touristenattraktion und Perle an der Adria gehypt wird. Nicht zuletzt deshalb, weil die weltbekannte Serie Game of Thrones dort gedreht wurde. Also wurde die Serie vorher natürlich noch ausgeliehen und schnell verstand ich, warum Game of Thrones die Massen beigeistert. Menschliche Abgründe, gnadenloses Blutvergießen, aber selbstverständlich auch Liebe und (wenn auch teilweise etwas fragwürdige) Moral vor einer atemberaubenden Kulisse, die ich nun unbedingt mit eigenen Augen sehen wollte. Königsmund äh Dubrovnik wir kommen!!!

Unser Flug von Hamburg verlief unproblematisch und am Flughafen kommt man ganz einfach mit dem Flughafen-Bus Atlas für umgerechnet ca. 5 Euro pro Person in die 20 km entfernte Altstadt. Es gibt hier zwei mögliche Haltestellen, einmal das Pile-Tor, quasi im Kern der Altstadt und den Busbahnhof, von wo es sich dann in fast alle Stadtteile Dubrovniks weiterfahren lässt. Vor dem Verlassen des Flughafens empfiehlt es sich jedoch noch sein Urlaubsbudget von Euro in Kroatische Kuna zu tauschen. Leider habe ich dies bereits in der Heimat getan und der Wechselkurs war im Nachhinein betrachtet verglichen mit den Flughafen-Wechselstuben sehr schlecht. Also tauscht euer Geld lieber vor Ort.

Da Kroatien und insbesondere Dubrovnik in der Hauptsaison sehr teuer ist, empfiehlt sich wie so oft, eine Buchung über airbnb. Auch bei Ferienwohnungen sind die Preise nicht grade moderat, aber mit ein bisschen Glück lässt sich doch ein Schnäppchen erhaschen. Ich habe meine Traumferienwohnung ein paar Wochen zuvor um ca. 22.00 Uhr abends gefunden. Das Angebot wurde wenige Minuten zuvor erst online gestellt, die Wohnung war noch gänzlich neu in der Vermietung und den ersten drei Gästen wurde 20 % Rabatt gewährt. Inzwischen hat sich der Vermietungspreis auf 100 Euro/Nacht eingependelt, wir haben die Wohnung allerdings für 62 Euro/Nacht bekommen. Manchmal lohnt es sich also airbnb öfters zu aktualisieren und auch zu ungewohnten Zeiten mal Ausschau nach besonderen Vermietungsangeboten zu halten. In unserer Wohnung auf Zeit angekommen mussten wir dann erst mal diesen Blick auf uns wirken lassen:


Die Insel, auf die wir dort blickten heißt Lokrum und ein Tagesausflug mit der Fähre kostet 150 Kuna (entspricht ungefähr 20 Euro). Darin enthalten ist neben der Hin- und Rückfahrt auch der Eintritt für die Insel (Lokrum ist ein Naturschutzgebiet). Die Fähre legt bei gutem Wetter (und saisonbedingt) halbstündlich vom Stadthafen Dubrovniks ab. Natürlich haben wir einen Tagesausflug zur Insel gemacht, denn neben den vielen Bade- und Klippenspringmöglichkeiten, gibt es auf der gesamten Insel auch freilebende Pfauen und Hasen zu bestaunen. Wir haben sogar einige Baby-Pfauen bewundern dürfen und einen Pfau, der uns die Pizza aus der Hand stibitzt hat. Ebenfalls interessant ist der Botanische Garten der Insel, mit vielen exotischen Bäumen und Pflanzen. Auch auf Lokrum wurden mehrere Episoden von Game of Thrones gedreht, außerdem steht der „eiserne Thron“ aus der Serie dort und lädt dazu ein, sich einmal selbst wie ein König zu fühlen. Ein Spaziergang zum Fort Royal, dem höchsten (Aussichts-)Punkt der Insel gehört genauso zum Pflichtprogramm bei einem Besuch auf Lokrum, wie ein Sprung von einem der hohen Felsen in den Salzwassersee, der auch totes Meer genannt wird.

Ein stolzer Pfau am Salzsee

Worauf ich auf jeden Fall hinweisen möchte, ist die Wichtigkeit von Badeschuhen. Leider sind wir ohne entsprechendes Schuhwerk schwimmen gegangen und dann mehrmals in die gut getarnten Seeigel getreten, die es grade in Kroatien leider öfters zu spüren gibt. Die Stacheln bohren sich schnell unter die Haut und das kann je nach Tiefe sehr schmerzhaft sein. In diesen Fällen empfehle ich, die betroffenen Stellen regelmäßig mit Pflanzenöl zu beträufeln, dadurch wird die Haut weich und der Stachel lässt sich leichter entfernen oder bei Stacheln in den oberen Hautschichten kann man diese gut mit Essig auflösen. Ansonsten wachsen die Stacheln nach ein paar Tagen aber auch meist von selbst heraus, deswegen würde ich mir also grundsätzlich erst mal nicht den Urlaub verderben lassen 😉

Ein weiteres Highlight von Dubrovnik ist der Hausberg Srd. Auf den 412 Meter hohen Berg kommt man zu Fuß, mit der Seilbahn oder als absoluten Geheimtipp empfehle ich euch die Fahrt mit dem Bus Nummer 17 vom Pile-Tor nach Bosanka. Neben 2 anderen Passagieren waren wir die einzigen Fahrgäste und konnten schon unterwegs viel von der wunderschönen Landschaft des Hinterlandes bewundern. Nebenbei fühlten wir uns wie Einheimische und da wir sowieso täglich ein Tagesticket (24 Std. Gültigkeit ab Entwertung) zum Busfahren gekauft haben (gibt es am Pile-Tor für 30 kn, beim Busfahrer gibt es nur Stundentickets für 15 kn), war die Fahrt dann quasi kostenlos. In dem kleinen Dorf Bosanka, der letzten Station, müsst ihr dann aussteigen und noch ca. 15 Minuten laufen, aber alleine auf dem Weg gibt es unzählige wunderschöne Stellen zum Fotos machen, die auch nicht so stark besucht werden, wie oben an der Bergstation der Seilbahn. Auf dem Rückweg sind wir dann zu Fuß den ca. 1,5 stündigen Wanderweg, der den Weg in Serpentinen hinauf und hinunter läuft, hinabgestiegen. Hier mussten wir immer wieder innehalten und den atemberaubenden Blick genießen. Einfach traumhaft. 

Mit dem Bus nach Bosanka
Die Altstadt und die Insel Lokrum aus der Vogelperspektive
Der romantische Abstieg in den Sonnenuntergang

Was ihr sonst noch in Dubrovnik tun solltet:

Flaniert (besonders am Abend) durch die wunderschöne Altstadt von Dubrovnik, die seit 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und verliert euch in den unzähligen kleinen Gassen, um danach gemütlich vor einem der vielen kleinen Restaurants zu speisen. Wir hatten das Glück durch schicksalhafte Umstände direkt am ersten Abend von einer Kroatin zum Essen ausgeführt zu werden. Es ist immer super interessant, wenn Einheimische über das Leben der Menschen vor Ort berichten und machte den Restaurantbesuch natürlich zu einem ganz besonderen Erlebnis. 

Paddelt auf einer 3-stündigen Kajaktour (die man sowohl im Internet als auch an den Touristen-Ständen überall in der Altstadt buchen kann) durch in der Gesellschaft eines Kajak-Reiseleiters an den imposanten Stadtmauern vorbei. Überquert die Adria zur Insel Lokrum, danach macht ihr Halt an der Betina-Höhle um zu Schnorcheln und einen kleinen Imbiss (Ausrüstung und Sandwich + Mineralwasser sind im Preis inbegriffen) zu euch zu nehmen. Erfahrung im Kajakfahren ist zwar grundsätzlich nicht erforderlich, aber da der Wellengang doch hin und wieder recht stark sein kann, würde ich mir das im Nachhinein nicht mehr zutrauen. Mir fehlte irgendwann auf Grund fehlender Armmuskulatur einfach die Ausdauer. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung, die es für 27,50 Euro/Person zu kaufen gibt (das war die Tour, die wir gemacht haben, es gibt auch noch andere zu unterschiedlichen Preisen). 

Ansonsten lasst es euch einfach gut gehen, kauft doch mal frischen Fisch auf dem Fischmarkt, schlendert gemütlich den Hafen entlang, schwimmt und schnorchelt im kristallklaren Wasser, füttert die vielen vielen Katzen / streichelt die kleinen Katzenbabys und genießt ganz einfach euer Leben 🙂

Mein zauberhaftes Wien

Wie bereits angekündigt, folgt nun ein Lobgesang auf Wien bzw. einfach ein paar Ideen und Tipps für euren Ausflug dorthin. Als ich das erste Mal in Wien war, konnte ich meine Begeisterung für diese Stadt nur schwer in Zaum halten. So viele Ecken zeigen den Reichtum vergangener und neuer Zeiten, fast jeder Winkel trumpft mit einem anderen prächtigen Bauwerk.

Besonders bei Nacht lohnt sich ein Spaziergang durch die Stadt, denn durch die beleuchteten Gebäudefassaden wirkt alles noch majestätischer und imposanter als es bei Tag ohnehin schon ist. Erkundet in diesem Zusammenhang Wiens Prachtboulevard, die etwa 5 km lange Ringstraße rund um die Altstadt und entdeckt dort u.a. die Hofburg, das Rathaus, das Kunst- und dem Naturhistorischen Museum, die Staatsoper und das Parlament. Steigt auf die Terrasse der Albertina (Museum f. Kunstausstellungen) betrachtet die Oper von diesem Blickwinkel aus und hört dabei klassische Musik auf dem Smartphone. Wenn ihr euren nächtlichen Rundgang beendet habt und geflasht seit von den vielen Eindrücken, geht oder fahrt zum Hotel Sofitel (Praterstraße 1) und fahrt mit dem Aufzug in den 18. Stock. Im LOFT (Restaurant und Bar) wird es aufgrund der hochpreisigen Getränke und Speisen vielleicht nur für einen Almdudler reichen, aber diesen genießt ihr dann mit Blick auf die ganze Stadt, hoch über den Prater Riesenrädern. Das ist einfach fantastisch und gibt einem ein bisschen das Gefühl von „König(in) der Welt“.

Bei Tag gibt es natürlich auch allerhand zu entdecken, eines meiner Highlights und auch eines der Hauptattraktionen ist das Schloß Schönbrunn bzw. eher die etwa 160 ha große Schloßanlage drum herum. Kaiser Franz Josef nutzte das Schloß seinerzeit als Sommerresidenz und es fäll nicht schwer sich vorzustellen, wie Sisi die wunderschönen Blumen bestaunte und zum Tee auf die Café- Terrasse und Aussichtsplattform Gloriette empor stieg. Von dort bietet sich ebenfalls ein atemberaubender Blick auf die Stadt.

Wer schöne Aussichten liebt und noch höher hinaus will, für den ist ein Spaziergang auf den Kahlenberg das Richtige. An klaren Tagen sieht man nicht nur die gesamte Stadt von oben, sondern sogar den Schneeberg, wo das Wiener Hochquellwasser herkommt. Wer den 484 Meter hohen Berg nicht selbst besteigen möchte, der erreicht den Kahlenberg bequem per Bus (Linie 38A ab Heiligenstadt über Grinzing) oder per PKW (über Grinzing und die Höhenstraße). Ich finde ja immer der Weg ist das Ziel und würde mir auf keinen Fall das Wandern durch die anliegenden Weinberge entgehen lassen. Oben angekommen darf man sich dann auch gerne ein Eis oder Kaffee und Kuchen gönnen, während einem die Stadt zu Füßen liegt.


Was bei einem Wienbesuch natürlich auch nicht fehlen darf, ist ein Besuch des Praters. Der Wiener Prater hat von März bis Oktober Saison und bietet allerhand Freizeitaktivitäten, allen voran natürlich die unzähligen Fahrgeschäfte. Wo ich grade schon mal bei schönen Aussichten war, eine Fahrt mit dem Riesenrad bietet diese erneut. Aber der Prater beinhaltet ja nicht nur den Vergnügungspark, er ist grundsätzlich ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsgebiet, mit vielen Sportanlagen und Grünarealen, wo grade am Wochenende viele Wiener gern ihre Freizeit verbringen.

Ein ebenso beliebter Treffpunkt und Naherholungsgebiet ist die Donauinsel, ein 21 km langer Landstreifen zwischen alter und neuer Donau. Die Donauinsel bietet sich perfekt für Fahrradtouren an, aber auch zum grillen und chillen. Vom Stadtzentrum erreicht ihr die Donauinsel in wenigen Minuten mit den U-Bahn-Linien U1 und U6. Bei heißen Temperaturen findet ihr unzählige Badebuchten mit flachen Stränden sowie Wild-Badeplätze oder wer Action liebt, kann Wasserski ausprobieren oder surfen. Der Blick auf die Wiener Skyline tut sein übriges, nicht umsonst ist die Donauinsel das beliebteste Naherholungsgebiet der Wiener.


Nun ist es aber an der Zeit, sich mal dem Thema Essen in Wien anzunehmen. Ein Besuch auf dem Naschmarkt, sollte auf jeden Fall ein eigener Programmpunkt sein. Einfach mit der U4 bis zur Haltestelle Kettenbrückengasse fahren und schon seid ihr auf dem größten Markt der Stadt. Hier werden neben Obst, Gemüse, Backwaren und Fleisch vor allem internationale Leckereien gehandelt, deren Verkäufer an den zahlreichen Ständen zum naschen einladen. Ein Sprichwort besagt „Was es auf dem Naschmarkt nicht gibt, das braucht man auch nicht“, kulinarisch gesehen ist das Angebot also wirklich riesig. Von persischen Granatäpfeln, über orientalische Gewürze oder frischem Fisch kann man hier nahezu alles zu einem humanen Preis erwerben. Auch lässt es sich auf dem Markt in einem der zahlreichen Kaffeehäuser gut frühstücken. Da der Naschmarkt in den Sommermonaten oftmals bis Mitternacht geöffnet hat, bleibt auch allerhand Zeit zum flanieren und probieren.

Nicht nur auf dem Naschmarkt könnt ihr den ein oder anderen Gaumenschmaus erleben, auch in den unzählige Cafés und Restaurants gibt es viel zu entdecken.
Ein weiteres Highlight ist die Brasserie Palmenhaus. Das Palmenhaus befindet sich am Rande des Burggartens in der Nähe der Österreichischen Nationalbibliothek. Während meines Wienaufenthalts letzte Woche war ich mit meiner Mutter dort zum frühstücken. Wie der Name Palmenhaus schon sagt, findet man in den 15 Meter hohen Räumlichkeiten nicht nur ansprechendes Inventar, sondern auch eine üppige Pflanzenvielfalt mit bis zu 10 Meter hohen Palmen. Es gibt eine abgetrennte Glaswand, hinter der sich das Schmetterlingshaus befindet und die Schmetterlinge lassen sich auch vom Frühstückstisch aus herrlich beobachten. Von der riesigen Terrasse – die im Sommer bereits früh morgens sehr gut besucht ist – hat man einen wunderschönen Blick über den Burggarten und kann bei gutem Wetter Pärchen auf Picknickdecken und Kinder beim spielen im Park beobachten. Ich habe mich vor Ort für das Palmenhausfrühstück entschieden, bestehend aus Bio-Rührei mit Ziegenfrischkäse, Semmel, hausgemachter Marmelade, einem Mangosmoothie mit Honigcracker und Biovollkornbrot. Zwar hatte dieses Frühstück den stolzen Preis von 12,50 Euro (ohne Kaffee), aber die Atmosphäre und die Qualität der Produkte verdienen den Betrag auch irgendwo und man gönnt sich ja sonst nichts. Außerdem ist Urlaubszeit Verwöhnzeit.



Für die Tatortliebhaber unter euch habe ich zum Schluss diesen Beitrags noch eine ganz besondere Empfehlung: Besucht am Sonntag das Kino in der Rahlgasse 1 oder in der Margaretenstraße 24, wo ihr den Klassiker kostenlos um 20.15 Uhr verfolgen könnt und sogar eigene Fressalien mitbringen dürft. Es empfiehlt sich allerdings mindestens zwanzig Minuten früher da zu sein, da der Tatort viele Fans hat 🙂

4 Tage Athen als Pärchen für 320 Euro

Trotz kleinerem Geldbeutel gibt es eine Sache, auf die ich unter keinen Umständen verzichten will: Reisen. Inzwischen zu einer Art sportlicher Wettkampf der jüngeren Generationen mutiert, frei nach dem Motto „Du bist wo du warst“, ist es aber auch für jeden individuell immer eine Erfahrung. Reisen ist Passion, Horizonterweiterung, Abenteuer und Spaß. Ich könnte ewig darüber philosophieren, was das Entdecken neuer Sehnsuchtsorte mit einem macht und wie sehr ich es liebe, aber dieser Artikel soll davon handeln, wie man spontan und vor allem günstig einen wundervollen Trip in die geschichtsträchtige Hauptstadt der Griechen planen kann. 

Athen lohnt sich zu dieser Jahreszeit aber nicht nur für Geschichtsinteressierten und Griechenlandfans, sondern auch für diejenigen, die einfach nicht mehr auf den Frühling warten können und dringend ein bisschen sonnige Wärme brauchen. Zu dieser Kategorie zähle auch ich. 

So kam es, dass wir am Montag ganz spontan beschlossen haben, am Mittwoch für vier Tage nach Athen zu fliegen. Warum Athen? Naja, stand auf meiner „Will-ich-mal-sehen-Liste“ und die Flüge waren billig. Zwar vom drei Autostunden entfernten Berlin, aber das ist uns egal. 

Hier kommt also Tipp Nr.1 : 

Je flexibler man bei seinem Reisezeitraum ist, je größer ist die Schnäppchenauswahl. Wir gehören (endlich) zu der Kategorie „sehr flexibel“ und so konnten wir Flüge zum Preis von ca. 45 Euro pro Person und Strecke ergattern. Bei der Auswahl der Flüge schaue ich immer auf www.skyscanner.de, weil es da auch so schöne Monatsübersichten gibt, wann das gewünschte Reiseziel am preiswertesten ist. Wenn ich meine Flüge gefunden habe (meist angeboten von easyjet oder rynair) buche ich allerdings direkt über die Fluggesellschaft, was noch mal Gebühren von ca. 20 Euro einspart. 

Tipp Nr. 2 :

Wenn die Flüge erst mal gebucht sind, kann man sich dann ganz entspannt nach einer schönen Unterkunft umsehen. Hierfür bevorzuge ich airbnb, denn es ist unkompliziert, schnell, es gibt meist viele Bewertungen + Fotos und natürlich stimmt auch hier der Preis. Außerdem tritt man bereits vor seiner Reise mit dem Gastgeber in Kontakt und da diese ja eigentlich immer Locals sind, kriegt man schon mal den ein oder anderen Tipp, zum Beispiel über den günstigsten Transfer vom Flughafen zum Appartement (kostet 8 Euro pro Person mit der U-Bahn). 

Wir hatten das Glück, Gäste der wundervollen Nefeli zu sein, eine Gastgeberin wie sie im Buche steht. Nicht nur ihr kleines gemütliches 2-Zimmer Appartement war genauso schön wie ich es mir vorgestellt hatte, Nefeli überraschte uns auch mit kostenlosem Espresso, Tee, sowie Netflix und sie schenkte uns zur Begrüßung sogar noch 2 Gläser selbstgemachte Marmelade. Besser kann man sich als Gast wohl nicht aufgehoben fühlen. 

Alles in allem gab es diese Gastfreundschaft für grade einmal 98 Euro (inklusive airbnb Gebühren, Bettwäsche und Handtücher) für 4 Tage bzw. 3 Nächte.

Tipp Nr. 3 :

Was das Essen angeht, hatten wir in unserem schnuckeligen Apartment eine kleine Küchenzeile mit allen notwendigen Kochutensilien und sogar mit Gewürzen. Aber wer hat schon Lust im Urlaub großartig den Kochlöffel zu schwingen, also ich jedenfalls nicht und deshalb haben wir meist auf das köstliche griechische Streetfood zurückgegriffen. Hier gibt es gefüllte Pitas in Hülle und Fülle für grade einmal 2 Euro, die machen satt und schmecken super. Da im Urlaub grundsätzlich Sonderregeln gelten, darf man sich auch mal ungesund ernähren und so haben wir jeden Morgen beim georgischen Bäcker um die Ecke mit Käse gefüllte Teigtaschen gekauft, die wir dann in der Hängematte mit reichlich Schwarztee genossen. Die Teile sind extrem sättigend und schmecken ähnlich wie Minicalzone, nur ohne Tomate, dafür aber viel käsiger. Dazu gabs dann noch ein paar Oliven und Tomaten vom Händler in der Nachbarschaft und auch ein bisschen Obst, um trotz Urlaub erst gar kein schlechtes Gewissen aufkommen zu lassen. Wie ihr seht muss man auch hier nicht tief in die Tasche greifen, um gut und lecker zu dinieren.

Tipp Nr. 4 :

Kommen wir nun zu den Aktivitäten vor Ort. Ich habe einen Fehler gemacht und im Vorfeld der Reise einen sogenannten Athenpass gebucht, bei dem ich mich leider verlesen habe und den nur deshalb gebucht habe, weil ich davon ausgegangen bin, dass neben der Nutzung des Hop-On, Hop-Off Busses auch die öffentlichen Verkehrsmittel für 72 Stunden inkludiert sind. Dem war leider nicht so und so haben wir nur für den Hop-On, Hop-Off Bus 29,99 Euro pro Person bezahlt. Wir haben den dann an zwei Tagen kurz genutzt, uns dann aber lieber ein Tagesticket für die Metro gekauft (kostet für den gesamten Nahverkehr 4,- € und berechtigt für Fahrten mit den Bussen, Trolley Busse, Linien 1,2,3 der Metro, Tramway und Suburban Railway 2,3). Der Hop-On, Hop-Off Bus kam einfach nie zu der Zeit, die an der jeweiligen Station stand, man hatte Wartezeiten von mindestens 20 Minuten und im Stadtverkehr kam der Bus auch nur im Schneckentempo voran, sodass man eigentlich auch zu Fuß daneben herlaufen könnte. Außerdem war es auf dem oberen Deck zugig und kalt, es hat uns einfach nicht gefallen und ist vielleicht doch eher was für Senioren, die gerne rumgetuckert werden. Wir entdecken Orte lieber auf eigene Faust und bewegen uns wie die Einheimischen fort, deswegen werde ich so einen Städtepass auch nie wieder kaufen (obwohl man ja niemals nie sagen soll).

Mit der U- und S-Bahn ging es dann aber super voran und wir konnten viele sehenswerte Plätze entdecken.

Mein persönliches Highlight war der Filopappos Hill, Thisseio, Athina 104 38, von dem man eine spektakuläre Sicht auf die Akropolis bis hin zum Mittelmeer genießen kann. Die gesamte Stadt lag uns quasi im Rundumblick zu Füßen und die Wegstrecke bis zu diesem Ziel hat eine beeindruckende, satte Vegetation zu bieten. Dazu eine kleine Anmerkung: Man sagt zwar der Weg ist das Ziel, aber wenn das Ziel auch schön ist, kann man ja auch einfach beides gleichermaßen genießen 😉

Was mir ebenfalls sehr gut gefällt, ist das Stavros Niarchos Foundation Cultural Center oder kurz: Das Kulturzentrum – samt Opernhaus, Nationalbibliothek und Park. Ich war mir total sicher, dass so ein imposantes Bauwerk im schuldengeplagtem Griechenland garantiert von der EU gesponsert wurde, aber dem ist nicht so. Die Stiftung einer wohlhabenden griechischen Familie hat der Stadt dieses 670 Millionen teure Geschenk gemacht, ein Ort der Begegnung, der kulturellen Förderung und natürlich auch des Entspannens.

Das Kulturzentrum wurde auf einem angehäuften Hügel errichtet, der als Parkanlage breit und langsam ansteigend über die Glasfront der Bibliothek hinweg auf das Dach des Opernhauses führt. Dort schützt, einem Segel ähnlich, ein enormes Solarpanel die Besucher vor der Sonne. Von oben könnt ihr dann auf Athen und den Golf blicken; unten, vom Eingang der Parkanlage betrachtet, sieht man aber zunächst nur das Solardach des Opernhauses. Mit seinen Stützen wirkt es fast wie eine neue Akropolis.

Der Park, der bis zum Kulturzentrum hinaufführt, ist ein Highlight für sich: Alte Olivenbäume mit dickleibigen Stämmen und vielen Stühlen zum darunter sitzen oder zum Sonnen, die zwischen herrlich duftenden Rosmarin- und Lavendelbüschen platziert sind, geben der Gartenanlage das Aussehen eines modern-antiken Hains. Ein künstlicher Kanal läuft an einer Seite und soll sinnbildlich Kallitheas getrennte Verbindung zum Meer wiederherstellen. Es ist einfach eine tolle Atmosphäre und ich liebe den Duft, der an diesem Ort in der Luft liegt, eine Mischung aus Lavendel und Mittelmeer, der unmittelbar in Sommerlaune versetzt.

In der Abenddämmerung bevölkern Gruppen von Frauen mit ihren Yogamatten unterm Arm die Parkanlage und machen dort ihren Sonnengruß, die Stadt schaltet derweil unter ihnen ihre funkelnden Lichter ein. Während der Durchschnittsdeutsche sich allabendlich die Tagesschau reinzieht, versammeln sich die Griechen bei lauen Temperaturen unter einem der zahlreichen Olivenbäume und quatschen oder sie verbringen ihren Feierabend beim gemeinsamen Schachspiel am Meer. 

Und so beende ich diesen Reisebericht mit der Erinnerung an diese Momente, in denen ich mir dann doch dachte, Deutschland ist zwar gut zum arbeiten, aber Griechenland eindeutig zum leben…